„Eindeutige Grenze überschritten“

TRIER. Mit großer Mehrheit hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen, dass die Präimplantationsdiagnostik unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein soll. Der Trierer Bischof spricht von einer „höchst gefährlichen Entscheidung“.

Während die Trierer Parlamentarier Bernhard Kaster (CDU) und Katrin Werner (Die Linke) schon im Vorfeld gegenüber 16vor angekündigt hatten, für ein absolutes Verbot der PID zu votieren, wollte Manfred Nink (SPD) für einen Gesetzentwurf stimmen, der unter anderem von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) eingebracht worden war. Doch am Ende setzte sich der Antrag einer Gruppe um Peter Hintze (CDU) durch, der eine begrenzte Zulassung der PID vorsieht. Der Lammert-Vorschlag war nach zweiter Lesung gescheitert, damit standen am Ende nur noch ein absolutes Verbot und der Hintze-Vorschlag zur Abstimmung. Für letzteren stimmten 326 Abgeordnete. Wie Nink sich nun entschieden hat, ist bislang nicht bekannt.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann reagierte erschüttert auf die Entscheidung des Parlaments: „Der Schutz des Lebens wird weiter abgebaut, die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens ist jetzt noch antastbarer geworden“, wetterte er in einer ersten Stellungnahme gegen den Beschluss. Ackermann: „Wenn es um Leben oder Tod geht, dann gibt es keinen Kompromiss, sondern nur ein Entweder – Oder.“  Seine Sorge über die weitere Entwicklung sieht der Bischof in der „nicht aufhebbaren Unschärfe der Entscheidung des Bundestags“ begründet. „Wenn es keine klare Kriterien für die Wahl des einzupflanzenden Embryos gibt, weshalb soll dann morgen dem dringenden Elternwunsch nach Auswahl des Geschlechts oder der Hautfarbe Einhalt geboten werden?“ Durch die Entscheidung des Bundestages sei eine „bislang eindeutige Grenze überschritten“ worden, menschliches Leben könne nun vernichtet werden, weil es als nicht lebenswert betrachtet werde.

 

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