Schlingensief in voller Länge

TRIER. Begleitend zur aktuellen „Armut“-Ausstellung zeigt das Stadtmuseum am Dienstag, 26. Juli, um 20 Uhr den Film „Ausländer raus! Schlingensiefs Container“. Er ist derzeit lediglich in einem Ausschnitt von zehn Minuten Dauer in der Ausstellung zu sehen.

Anlässlich der Wiener Festwochen im Sommer 2000 wurde der Aktionskünstler Christoph Schlingensief gebeten, eine neue Kunstperformance für die österreichische Hauptstadt zu kreieren. Er baute daraufhin auf dem Herbert-von-Karajan-Platz, zwischen der altehrwürdigen Wiener Staatsoper und der renommierten Albertina, fünf Wohncontainer auf.

Begleitet von großem öffentlichen Interesse zogen zwölf Teilnehmer ein, die Schlingensief als Asylbewerber vorstellte. Nach dem Prinzip des Fernsehformats „Big Brother“ lebten sie dort eine Woche lang, isoliert und zugleich von zahlreichen Kameras überwacht. Das Publikum konnte die Bewohner aus sicherer Distanz beobachten und war aufgefordert, darüber abzustimmen, welche zwei Bewohner jeden Abend die Container verlassen mussten, um anschließend in ihr Heimatland abgeschoben zu werden.

Die Aktion erregte natürlich viel Aufmerksamkeit. Sie war eine künstlerische Intervention gegen insbesondere von der FPÖ in Österreich geschürte rechtsgerichtete Tendenzen. Schlingensief machte damit den Prozess der Abschiebung zu einem öffentlichen Event und lenkte die Blicke auf aktuelle Probleme der Asylpolitik. Heftige Proteste, aber auch Zustimmung und Lob waren die Folge.

Reaktionen, Meinungen und Filmausschnitte der Aktion hat Paul Poet zu einem eindringlichen Film zusammengeschnitten. Der Film dauert rund 90 Minuten, der Eintritt kostet sechs Euro.

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