Ackermann warnt vor PID

TRIER. Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat mit drastischen Worten an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags appelliert, sich für ein generelles Verbot der Präimplantationsdiagnostik auszusprechen.

Er hoffe auf eine „weise Entscheidung“, sagte der Bischof im Blick auf die für kommenden Donnerstag angesetzte Abstimmung im Parlament. Drei Gesetzesentwürfe stehen zur Wahl. Einer will die PID verbieten, ein zweiter Entwurf spricht sich für die PID, den so genannten „Embryonen-Check“ aus, dazwischen liegt ein Vorschlag, der die Präimplantationsdiagnostik ermöglicht, wenn das akute Risiko einer Fehl- oder Totgeburt besteht.

Nach Aussage des Bischofs von Trier besitzt jeder Embryo Menschenwürde. Deshalb seien alle Embryonen schützenswert, jede Selektion vernichte menschliches Leben. „Es endete in der Vergangenheit noch jedes Mal in einem Desaster, wenn der Mensch sich die Entscheidung anmaßte, darüber zu richten, welches menschliche Leben lebenswert ist und welches getötet werden darf“, sagte Bischof Ackermann. Es gebe Grenzen, die dem Menschen gesetzt seien und die er nicht überschreiten könne, ohne Schaden zu nehmen. Auch jeder Versuch, exakt zu definieren, wann die PID erlaubt sei und wann nicht, werde letztlich in einer willkürlichen Festlegung enden. „Es gibt kein perfektes Leben auf Erden, Leben ohne Leid und Schmerz ist nicht möglich“, betonte Bischof Ackermann. So gebe auch die PID keine sichere Gewähr, dass ein gesundes Kind geboren werde.

Mit Blick auf die betroffenen Paare mit Kinderwunsch sagte der Bischof: „Das Leiden der betroffenen Eltern ist in der Tat groß und lässt niemanden kalt. Es gilt aber abzuwägen, dass ein gesundes Kind nur geboren werden kann, wenn dafür das Leben anderer beendet wird.“ Es sei eine harte Tatsache, die aber nicht wegzudiskutieren sei: „Es gibt kein Recht auf ein Kind, und noch viel weniger ein Recht auf ein gesundes Kind.“ Die Argumentation von Abgeordneten, man könne nicht Spätabtreibungen erlauben und die PID verbieten, zeigt nach Auffassung des Trierer Bischofs, was geschehe, wenn man bestimmte Türen öffne. Selbst den Gesetzgebern sei augenscheinlich nicht mehr bewusst, dass in Deutschland jede Abtreibung verboten sei und lediglich bei bestimmten Indikationen von einer Bestrafung abgesehen werde.

Der Bischof von Trier unterstrich, dass die katholischen Bischöfe mit ihrer grundsätzlichen Ablehnung der PID keine  „weltfremde Einzelmeinung“ vertreten würden, sondern die Gläubigen hinter sich wüssten. So hätten sich etwa im Bistum Trier auch die großen Verbände mit insgesamt über 50.000 Mitgliedern in Stellungnahmen eindeutig gegen jede Anwendung der PID ausgesprochen.

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