Wort zum Sonntag ohne Wahl
TRIER. Der Kommunikationsdirektor des Bistums, Monsignore Stephan Wahl, wird nicht mehr das „Wort zum Sonntag“ sprechen. Erst im März war der Trierer von den ARD-Gremien für weitere zwei Jahre als Fernsehpfarrer bestätigt worden.
Entsprechend überraschend kam am Mittwoch die Nachricht aus Hamburg, dass mit dem Hannoveraner Pfarrer Wolfgang Beck bereits ein Nachfolger für den 50-Jährigen bestimmt wurde.
Über die Gründe für den Rückzug des Geistlichen schweigt man sich im Bistum aus. Ein Sprecher der Diözese versicherte auf Anfrage gegenüber 16vor lediglich, dass Wahls in seiner letzten Sendung gehaltenes Plädoyer für die Abschaffung des Pflichtzölibats definitiv nichts mit der Entscheidung zu tun habe. Der Monsignore, der im Urlaub weilt und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, behalte seine Aufgaben als Kommunikationsdirektor des Bistums, hieß es weiter.
Wahl war seit 1999 Mitglied im Team der ARD-Sendung und erlangte so einen bundesweiten Bekanntheitsgrad. „Stephan Wahl hat ‚Das Wort zum Sonntag‘ zwölf Jahre geprägt. Er hat dabei immer wieder auch unbequeme Themen aufgegriffen und seine Botschaft eindringlich auf den Punkt gebracht“, würdigte Bernhard Nellessen, ARD-Koordinator Kirche. „Wir verabschieden einen sympathischen Kollegen, der mit seinen Themen stets die Nähe zum Publikum suchte. Er vermittelte intelligent zwischen ‚Himmel und Erde'“, sagte Dr. Hans-Günther Brüske, Programmdirektor und Stellvertretender Intendant des Saarländischen Rundfunks. Dr. David Hober, Geschäftsführer der katholischen Rundfunkarbeit im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), unterstrich die Verdienste Wahls, der mit Humor und Einfallsreichtum den Kern der christlichen Botschaft einem Millionenpublikum nahe gebracht habe. „Mit seinem Wirken als ‚Wort zum Sonntag‘-Sprecher hat er für die religiöse Rede im Fernsehen Maßstäbe gesetzt.“
Weitere Informationen: „Da müssen ganz Andere Position beziehen“
von Marcus Stölb
