Adams muss draußen bleiben
MAINZ/TRIER. Der ehemalige Trierer Landtagsabgeordnete Berti Adams ist mit seiner Beschwerde gegen das Ergebnis im Mainzer Wahlkreis 28 gescheitert. Das bestätigte der Ehranger am Dienstag auf Nachfrage .
Der Wahlprüfungsausschuss des Parlaments hatte am Dienstag über zwei Beschwerden gegen das Erststimmenergebnis in Mainz beraten. Über das Ergebnis vereinbarten die Mitglieder Vertraulichkeit, doch wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, beschloss der Ausschuss, keine Neuauszählung anzuordnen. Ein Sprecher des Landtags erklärte auf Anfrage, dass vor einer öffentlichen Stellungnahme zunächst die Beschwerdeführer über die Entscheidung und deren Begründung informiert würden.
Zur Erinnerung: Im Mainzer Wahlkreis 28 war es am 27. März zu einem regelrechten Wahlkrimi gekommen, bei dem es auch an Pannen bei der Auszählung nicht mangelte. So hatte am Wahlabend noch Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) vorne gelegen und mit nur 19 Stimmen das Direktmandat geholt. Da Adams auf der Landesliste seiner Partei besser platziert war als der Mainzer Direktkandidat Wolfgang Reichel, war der Trierer nun weiterhin im Landtag drin.
Doch am nächsten Morgen wendete sich das Blatt. Denn in einem Wahlbüro hatte man 223 Briefwahlstimmen übersehen, die nun noch nachträglich ausgezählt werden mussten. Das korrigierte Ergebnis: Nun lag Reichel knapp vorne und hatte damit das Direktmandat gewonnen. Ahnen war über die Landesliste ausreichend abgesichert, Adams war indes wieder draußen. Wegen des äußerst knappen Endergebnisses und vereinzelter Pannen verlangte er eine Neuauszählung im Wahlkreis 28.
Ein Sprecher des Landtags wollte am Dienstag weder dementieren noch bestätigen, dass der Wahlprüfungsausschuss die Beschwerden – außer Adams hatte auch die rechtsgerichtete „Bürgerbewegung Pro Mainz“ Einspruch erhoben – abgewiesen hat. Adams jedoch bestätigte auf Nachfrage, dass es keine Neuauszählung geben werde. Er warte noch die schriftliche Begründung ab, erklärte er am Nachmittag gegenüber 16vor, vorher wolle er sich nicht äußern. Nur soviel: „Ich wollte Klarheit“.
von Marcus Stölb
