Fremdenfeindlicher Hintergrund

TRIER. Ein gewalttätiger Vorfall auf der Römerbrücke, bei dem in der Nacht zum vergangenen Freitag zwei ausländische Studierende verletzt wurden, hatte offenbar doch einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Das bestätigte auf erneute Nachfrage am Mittwoch ein Sprecher der Polizei gegenüber 16vor. Die weiteren Vernehmungen hätten nun ergeben, dass es sich entgegen einer ersten Einschätzung doch um eine ausländerfeindlich motivierte Tat handele. So seien die beiden Männer aus Guatemala und Mexiko, die gemeinsam mit einer ebenfalls spanisch sprechenden Kommilitonin auf der Brücke unterwegs waren, verbal attackiert und dann geschlagen und getreten worden.

„Dabei soll es auch zu fremdenfeindlichen Äußerungen gekommen sein. Die später geschädigten Männer hätten noch versucht, die Streit suchenden Täter zu beruhigen. Diese hätten jedoch gleich auf die Beiden eingeschlagen und einen von ihnen getreten. Anschließend seien die Unbekannten in Richtung Innenstadt geflüchtet“, teilt die Polizei am Mittwoch mit. Der 23-jährige Mexikaner und der 19-jährige Guatemalteke erlitten bei dem Angriff Verletzungen im Gesicht, die in einem Krankenhaus ambulant versorgt werden mussten. „Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen der Polizei blieben ohne Erfolg“.

Im Rahmen der polizeilichen Vernehmungen hätten die Geschädigten die „zunächst vorliegende vage Personenbeschreibung der Täter näher konkretisieren“ können. Demnach handelte es sich um drei Männer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren. Alle sind zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß und kräftig, jedoch nicht dick. Ihre Haare trugen sie kurz. Sie sprachen deutsch mit möglicherweise Trierer Dialekt. Der Haupttäter, der einen der Geschädigten getreten haben soll, trug ein weißes Oberteil mit einem größeren Aufdruck auf dem Rücken, eine dreiviertel lange braune Hose sowie Militärstiefel.

Die drei Studenten bereiten sich derzeit an der Trierer Uni auf einen längeren Aufenthalt in Deutschland vor. „Ich bin schockiert über diese Tat. Dass derartige Agressionen offen ausbrechen, darf nicht toleriert werden“, erklärte Marc Borkamp, beim AStA zuständig für die Deutschkurse, gegenüber 16vor. Diese Kurse werden derzeit von rund 90 ausländischen Studenten absolviert, die planen, hierzulande ein Studium zu absolvieren. Erst vor wenigen Monaten hatte Bundespräsident Christian Wulff das Projekt gewürdigt: Das Staatsoberhaupt bedankte sich in seinem Schreiben an den AStA für das “schöne Bild von einem lebenswerten Deutschland”, das die ausländischen Studierenden in einem Brief an ihn geschildert hatten. Unter den Unterzeichnern des Briefs an den Präsidenten war seinerzeit auch eines der Opfer von der Römerbrücke.

Zeugen, die Hinweise zu der Tat oder zur Identität der Gesuchten geben können, werden gebeten, sich unter den Rufnummern 0651/9779-2290 oder 0651/46324030 bei der Polizei zu melden.

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