Ackermann weiht Dieser

TRIER. Dr. Helmut Dieser ist neuer Weihbischof im Bistum Trier. Diözesanbischof Dr. Stephan Ackermann weihte den 49-Jährigen am Sonntag im Dom zu seinem Nachfolger in diesem Amt.

Bis zu seinem Wechsel an die Spitze des ältesten deutschen Bistums war Ackermann selbst Weihbischof von Trier. Dieser war bislang Pfarrer von Adenau, Dümpelfeld, Kaltenborn und Kaltenborn-Herschbach.

„Kirche ist da, wo das Evangelium von Menschen konkret gelebt wird. Nach dem Vorbild Jesu Christi sind die Botschaft und die Personen nicht voneinander zu trennen“, erklärte Bischof Stephan Ackermann in seiner Predigt. Das gelte insbesondere auch für die Bischöfe. „Bischöfe sind wie alle Verkündiger des Evangeliums keine Lautsprecher, die bloß eine abgespeicherte Botschaft wiedergeben. Nein, im bischöflichen Auftrag müssen sich Botschaft und Person möglichst eng miteinander verbinden“, so Ackermann.

Zur Bischofweihe legte Bischof Ackermann dem Kandidaten unter Anrufung des Heiligen Geistes die Hände auf. Nach der Salbung des Hauptes mit Chrisam-Öl als Zeichen der Teilhabe am Priestertum Christi übereichte Ackermann dem neuen Weihbischof das Evangeliar und die bischöflichen Zeichen: den Ring als Zeichen der Treue, die Mitra als Zeichen des Vorsteher-Amtes und den Stab als Zeichen für das Hirtenamt. Nach Ackermann legten auch die beiden Mitkonsekratoren, die Weihbischöfe Jörg Michael Peters und Robert Brahm, sowie alle weiteren mitfeiernden Bischöfe und Weihbischöfe dem Neugeweihten die Hände auf; darunter der Erzbischof von Luxemburg Fernand Franck und die Bischöfe Dr. Felix Genn (Münster), Marc Stenger (Troyes), Aloys Jousten (Lüttich), die Weihbischöfe Dr. Johann Bündgens (Aachen), Stanislav Dowlaszewicz (Santa Cruz de la Sierra/Bolivien), Dr. Thomas Löhr (Limburg), Otto Georgens (Speyer), Dr. Werner Guballa (Mainz), Ludger Schepers (Essen) und Heinrich Timmerevers (Münster) sowie die beiden emeritierten Trierer Weihbischöfe Dr. Alfred Kleinermeilert und Leo Schwarz.

Am Ende des Gottesdienstes wandte sich Weihbischof Dieser an die Gemeinde. Er dankte allen, die ihn auf seinem bisherigen Lebens- und Glaubensweg begleitet hätten, von seinem Vater und seiner verstorbenen Mutter, über die Einrichtungen, an denen er wissenschaftlich gearbeitet habe und die Gemeinden, in denen er als Kaplan und Pfarrer Heimat gefunden habe, bis hin zu Papst Benedikt XVI., der ihn ernannt und Bischof Ackermann, der ihn nun geweiht habe. „Unser Leben soll und will Gott loben“, erklärte Dieser. Das beginne schon damit, „Ja“ zum Leben zu sagen, gerne zu leben und voller Hoffnung zu leben. Wer Gott lobe, werde auch offener für den „Frieden Gottes“, von dem auch der Wahlspruch spreche, den er sich ausgewählt habe. „In diesem Frieden Gottes, der alles Verstehen übersteigt, will ich mich nun Euch geben. Hier bin ich: Euer neuer Weihbischof!“, schloss Dieser seine Ansprache, auf die die Gläubigen mit lang anhaltendem Applaus reagierten.

Helmut Dieser wurde 1962 in Neuwied geboren. Aufgewachsen ist er in Heimbach-Weis. 1989 wurde er in Trier von Bischof Dr. Hermann Josef Spital zum Priester geweiht. Seit 2004 war Helmut Dieser Pfarrer in Adenau, Dümpelfeld und Kaltenborn und zusätzlich Dozent für Homiletik am Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Im April 2010 wurde er außerdem zum Pfarrkonsultor (Berater des Bischofs in Konfliktfällen) ernannt. Der Wahlspruch des neuen Weihbischofs ist dem Philipperbrief entnommen und lautet: „Pax Dei omnem sensum exsuperat“ – „Der Friede Gottes übersteigt alles Verstehen.“ Der Wahlspruch gehört auch zum Wappen des neuen Weihbischofs, das neben dem roten Kreuz des Bistums Trier eine Taube als Symbol für den „Frieden Gottes“ und einen Flusslauf als Symbol für die bisherigen Wirkungsstätten des Weihbischofs entlang von Rhein, Mosel, Saar, Ruwer und Ahr zeigt.

„Weihbischof“ ist die deutsche Bezeichnung für „Episcopus auxiliaris“, was soviel wie „Hilfsbischof“ bedeutet. Ein Weihbischof ist in der Regel einem Diözesanbischof als Mitarbeiter im Bischofsamt zugeordnet. Entwickelt hat sich das Amt im 13. und 14. Jahrhundert, als immer mehr Bischöfe aus dem Orient vertrieben und im Abendland aushilfsweise mit bischöflichen Weihehandlungen betraut wurden. Seither ist jeder Weihbischof auch Titularbischof einer untergegangenen Diözese, bei Weihbischof Dieser ist es Narona.

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