1,6 Millionen für E-Mobilität
TRIER. Die Stadtwerke Trier haben den Zuschlag für ein Forschungsprojekt des Bundes im Bereich der Elektromobilität erhalten. Das Unternehmen plant Investitionen von rund 1,6 Millionen Euro.
„Um den Strom aus Windrädern und Solaranlagen als alternative Antriebsenergie in Elektroautos oder -fahrrädern zu nutzen, benötigen wir ein intelligentes Energiedatenmanagement“, erklärt SWT-Vorstand Dr. Olaf Hornfeck. Mit einem Praxisprojekt im Rahmen des Forschungsvorhabens „econnect Germany“ könnten die Stadtwerke nun wichtige Erfahrungen in diesem Geschäftsfeld sammeln.
Der Schlüssel zum Erfolg der erneuerbaren Energien liege darin, Angebot und Nachfrage beziehungsweise Erzeugung und Verbrauch zusammenzuführen. Elektrofahrzeuge spielten hier eine Schlüsselrolle, weil die Batterien in den Fahrzeugen auch als Stromspeicher eingesetzt werden könnten, erläutert der SWT-Vorstand die Motivation der Stadtwerke Trier, sich als eines von bundesweit sieben Stadtwerken an dem Forschungsprojekt „econnect Germany“ zu beteiligen. Im Rahmen des zweieinhalbjährigen Projekts arbeitet SWT mit der Fachhochschule Trier und ABB Deutschland, einem Technologiekonzern der Energie- und Automationstechnik, zusammen an Lösungen, wie der Strom aus regional erzeugten erneuerbaren Energien in Elektrofahrzeugen genutzt werden kann.
„Unter dem Projekttitel ‚Vom Windrad zum Elektroauto’ möchten wir die Förderung aus dem Projekt nutzen, um ein virtuelles Energieverbundsystem aus Erzeugungsanlagen, Energiespeicher und Verbrauchern zu realisieren. So können wir unser Energiedatenmanagement für zukünftige Anforderungen testen und optimieren“, erklärt SWT-Projektentwickler Falko Willmes. Die Idee: Ein SWT-Parkhaus wird mit mehreren Strom-Ladestationen und einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ausgestattet. Ziel sei es, diese Ladesäulen mit erneuerbarem Strom aus der Region, am besten direkt vom Dach zu versorgen. Wenn dieser Strom nicht ausreicht, soll die Lieferung aus anderen regionalen Erzeugungsanlagen, beispielsweise Windrädern sichergestellt werden.
„Wir wollen mit unserem Forschungsbeitrag nicht nur das Thema Energiedatenmanagement als Geschäftsfeld für SWT weiterentwickeln, sondern auch die Elektromobilität unseren Kunden näher bringen“, beschreibt Willmes das Ziel. „Das heißt, die E-Autos, die wir zu Testzwecken anschaffen, möchten wir unseren Kunden als Leihautos zur Verfügung stellen und das Ganze mit wissenschaftlichen Befragungen begleiten.“
Prof. Jörn Schneider von der FH Trier ergänzt: „Wo Elektrofahrzeuge wirklich Zukunft haben, entscheiden die Menschen. Die Stadtwerke haben dies erkannt und arbeiten mit unserem Forschungsverbund aus Technikern und Informatikern der FH sowie Psychologen der Uni zusammen“. Die FH liefere die Technologie und ermittle, was diese leisten müsse, „um dem Autofahrer der Zukunft gerecht zu werden.“ Stephan Kautsch von der ABB AG aus Mannheim ergänzt: „Wir wollen gemeinsam mit den Stadtwerken eine Lösung entwickeln, die es unseren Kunden ermöglicht, die in der Region erzeugte, erneuerbare Energie direkt zu nutzen und somit die Umweltbelastung zu minimieren.“
Der Projektantrag mit Finanzierungs- und Zeitplan wurde Mitte September eingereicht. SWT plant aktuell rund 1,6 Millionen Euro über die Gesamtlaufzeit von zweieinhalb Jahren in dieses Projekt zu investieren. Ein Teil davon soll über den Förderzuschlag abgedeckt werden.
von Marcus Stölb
