Kultur & Medien

Auch als Kabarettist flott

Es ist nicht leicht, nach einer Karriere als Profisportler beruflich wieder Fuß zu fassen. Entweder man eröffnet ein Sportgeschäft, wird Trainer seines Fachs oder Co-Kommentator oder man steigt einfach nochmal ins Cockpit, zur Abwechslung bei der Konkurrenz. Der ehemalige Langstreckenläufer Dieter Baumann überrascht da mit dem Mittel seiner Wahl, nochmal zu Applaus zu kommen, obwohl es eigentlich auf der Hand liegt. Er ist Kabarettist geworden. Mit zahlreichen Bezügen zum heute stattfindenden Trierer Silvesterlauf stellte er am Dienstagabend sein Programm “Körner, Currywurst, Kenia” im Chat Noir vor.
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“Wir steigen immer weiter auf!”

Gewaltige Texte wollen gewaltig vorgetragen werden. Foto: Christian JörickeGemeinsam mit ihrem Publikum vertrieben Subway to Sally am Samstagabend in der Europahalle die bissige Winterkälte, die den 1.200 Fans und den Bandmitgliedern bei -14 Grad Celsius Außentemperatur in Mark und Bein steckte, mit einem Freudenfeuer gelebter Mittelalter-Metal-Begeisterung. Eine Aufwärmphase benötigten die Zuschauer nicht.
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Menschliche Abgründe im bürgerlichen Alltag

Sabine Brandauer, Paul Steinbach, Tim Olrik Stöneberg und Barbara Ullmann meistern den sehr schmalen Grat zwischen hoffnungsloser Absurdität und tragischer Komik gekonnt. Foto: Friedemann Vetter/Theater TrierEheschlachten kannte man auf der Bühne bisher fast nur als oberflächlich dargebotene Glorifizierung von stupiden Mann-Frau-Klischees. Yasmina Rezas “Der Gott des Gemetzels”, das am Samstagabend unter der Regie von Judith Kriebel im Stadttheater seine zurecht umjubelte Premiere erlebte, lässt hingegen zwei Paare aufeinandertreffen, die einen Kampf “Jeder gegen Jeden” ausfechten und äußerst unterhaltsam die Selbstdarstellungsfassade bürgerlicher Spießigkeit enthüllen, ohne die dahinter steckende, tragisch anmutende Absurdität zu verschleiern.
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In Dziuks Küche fehlen die Gewürze

Eine kleine Schar von 25 Zuhörern fand sich am Freitagabend in der Tufa ein, um den Auftritt von “Dziuks Küche” zu erleben. Dem mehrfach ausgezeichneten Danny Dziuk sagt man nach, er schreibe Texte in der Art Bob Dylans und singe wie Tom Waits. Zweieinhalb Stunden boten reichlich Gelegenheit, sich über diese Vergleiche eine Meinung zu bilden.
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Erstmals kein Defizit

3000 verkaufte Karten mehr im Amphitheater sorgten für eine Auslastung von 95 Prozent und ein Einnahmenplus. Foto: PromoIm achten Anlauf hat es geklappt: die Ausgaben für das Römerfestival “Brot und Spiele” überstiegen in diesem Sommer erstmals nicht die Einnahmen. Nachdem die Veranstaltung der “Medienfabrik Trier” sieben Jahre lang defizitär war und die Stadt als Ausrichter allein in den vergangenen beiden Jahren knapp 60.000 Euro zusätzlich zu ihrem Zuschuss von jeweils 50.000 Euro beisteuerte, kam der Organisator 2009 durch Einsparungen auf einen “Gewinn” von gut 14.000 Euro. Allerdings hat das Land auch seine Unterstützung um 25.000 Euro auf 75.000 Euro erhöht. Am Mittwochabend wurde die Bilanz von “Brot und Spiele” im Kulturausschuss vorgestellt.
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Die klassische Diva

Zu ihrem Geburtstag am Samstagabend lud Patricia Kaas ins “Kabaret”, ein Bühnenprogramm, das die Hommage an die 30er Jahre gekonnt mit den 19 großen Erfolgen der Französin zu verbinden weiß. 1.500 Zuschauer feierten Mademoiselle in der Arena Trier.
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Kochen für die Kaas

Samaneh Parvin Zamir, Simone Voigt und Katrin Lauter von der "Rockterrine" bei der Präsentation ihres gleichnamigen Kochbuchs vor wenigen Wochen in der Buchhandlung Stephanus. Foto: Christian JörickePatricia Kaas wird heute 43. Das ist zunächst allenfalls für Fans bemerkenswert, denn schließlich feiern auch Johannes Heesters (Tenor), José Carreras (Tenor) und Klaus Allofs (SV Werder Bremen) am 5. Dezember Geburtstag. Doch im Gegensatz zu den drei Letztgenannten begeht die deutsch-französische Sängerin ihr Wiegenfest in Trier. Um 20 Uhr tritt die Lothringerin in der Arena auf. Vorher werden sie und ihre Crew von der “Rockterrine” und – weil es für den Stargast ein besonderer Tag ist – dem Trierer Sternekoch Wolfgang Becker verköstigt. 16vor stellt den wohl attraktivsten Cateringservice und einen der besten Köche Deutschlands vor und wirft schon mal einen Blick in die Töpfe.
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“Ich gaukle niemandem etwas vor”

"Ich muss keine Übertrieben-gut-drauf-Haltung spielen, sondern habe die einfach, weil es mir gut geht." Foto: Armin BroschFreunde der Volksmusik können sich nicht über ein mangelndes Konzertangebot in Trier beklagen. Kurz nach Auftritten von Hansi Hinterseer, Semino Rossi und Andy Borg mit seinem “Musikantenstadl unterwegs” hängen schon wieder Plakate für ihre nächsten Shows. Weniger als ein Jahr nach seinem letzten Besuch kommt Florian Silbereisen am 30. April 2010 mit dem “Frühlingsfest der Volksmusik” wieder in die Arena. 16vor sprach mit dem derzeit jüngsten Showmaster im deutschen Fernsehen über seine musikalische Entwicklung, über seine Lieblingssendung und über das, was ihn glücklich macht.
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Wie die Nazis versuchten, Weihnachten zu stehlen

Braune Weihnacht: Solches Spielzeug lag im Dritten Reich schon mal unter dem Christbaum. Foto: Christian JörickeEs ist nur eine kleine Ecke in der Stadtbibliothek im Palais Walderdorff. So unscheinbar, dass man die dort befindliche Ausstellung fast übersieht. Doch transportiert gerade dies symbolisch den bisher recht dürftigen Forschungsstand zum hier fokussierten Thema. Mit seiner am Freitagabend eröffneten Exponatenschau “Von wegen Heilige Nacht: Deutsche Weihnachten im Gau Moselland – Festkultur und Kriegspropaganda 1939-1944″ möchte der Trierer Historiker Dr. Thomas Schnitzler daran etwas ändern und die Vereinnahmung des Weihnachtsfestes durch das NS-Regime näher beleuchten. Die lebendige Ausstellung vermittelt einen eindrücklichen Blick auf die überwiegend düsteren Kriegsjahre der Moselregion.
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Sendeschluss für Antenne West

Antenne West ist seit gestern Geschichte. Schon seit über einer Woche wird kein Fernsehprogramm mehr gesendet. Illustration: Christian JörickeWas sich bereits seit Monaten angedeutet hat, ist nun offiziell: Die Antenne West GmbH und Co. KG ist zahlungsunfähig. Gestern Mittag hat Geschäftsführer Sven Herzog für dieses Unternehmen und für die Radio Trier 22 Verwaltungsgesellschaft mbH und die Regie1 Deutschland GmbH Insolvenz beantragt. Entgegen der Ankündigung vor wenigen Tagen, in dieser Woche eingeschränkt wieder zu senden, ist nun endgültig Schluss für den Trierer Fernseh- und Radiosender.
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“Ich fühle mich zweiheimisch”

Fatih Çevikkollu, dessen Auftritt bei der Revue der "Spaß.Gesellschafts.Abende" neben dem von "Ass Dur" zu den Highlights gehörte, stellte gestern Abend sein ganzes Programm in der Tufa vor. Archiv-Foto: Christian JörickeAls gebürtigem Kölner wurde Fatih Çevikkollu der rheinische Dialekt in die Wiege gelegt. Nach einer Schauspielausbildung spielte er in “Alles Atze” neben Atze Schröder seine erste Fernsehhauptrolle als türkischer Azubi Murat. Nebenbei arbeitete er auch an seinem Bühnenprogramm und wurde 2006 dafür mit dem Jurypreis des Prix Pantheon ausgezeichnet. Im Rahmen der “Spaß.Gesellschafts.Abende”, bei deren Revue sein Auftritt zu den Highlights gehörte, präsentierte er gestern sein komplettes Programm “Komm zu Fatih” in der Tufa. Im Vorfeld sprachen die Kollegen von hunderttausend.de mit ihm.
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“Opening!” und andere Luxusgüter

Schon zum zehnten Mal begrüßten Katharina Bihler und Stefan Scheib am Wochenende eine kleine Trierer Fangemeinde zum “Opening!“-Festival in der Tufa. Das Programm hatte wie immer den Anspruch, gegen den Vorwurf Sturm zu laufen, dass in Trier nur Kleingeist und Provinzkultur zu Hause seien. Jedes Jahr ziehen Bihler und Scheib alle Register des Zeitgenössischen in Klangkunst, Theater und Tanz und widersetzten sich der Auffassung, so was könne man nur in Berlin wagen. In Anbetracht der Zuschauerzahlen muss man sich jedoch fragen, ob so viel Vertrauen in die kleine Trierer Großstadt tatsächlich mit Vernunft gepaart war. Am Samstag verkündeten die Initiatoren, dass sie die Organisation des Festivals fortan in andere Hände übergeben. In wessen Hände wollen eigentlich die Trierer, die Stadt und die Presse ihre kulturelle und geistige Verfassung geben, fragt sich 16vor. Ist zeitgenössische Kunst in einer Stadt wie Trier unerhörter Luxus? Es folgen ein Kommentar und als Luxusbeigabe eine Kurzrezension zum Festival im Anschluss.
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Funkstille bei “Antenne West”

Seit gestern Nachmittag herrscht abermals Funkstille bei dem lokalen Radio- und TV-Sender. Zudem wird seit heute Morgen kein Fernsehprogramm mehr ausgestrahlt. Antenne West-Geschäftsführer Sven Herzog soll bei einem Mediendienstleister mit Zahlungen im Rückstand sein. Deshalb hat sich auch wieder die Landeszentrale für Medien und Kommunikation eingeschaltet, die für die Vergabe von Lizenzen zuständig ist. Die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens soll überprüft werden.
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Bekannte Größen und eine große Unbekannte

"Nerone" statt "Nabucco": Der Festspielleiter und Intendant des Trierer Theaters Gerhard Weber stellte gestern das endgültige Programm für die Antikenfestspiele 2010 vor. Foto: Christian JörickeVor fast genau einem Jahr stellten Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink und Vertreter des Theaters das Programm für die Antikenfestspiele 2009 vor. Wenige Tage später wurde die Veranstaltung wegen schlechter Erfolgsaussichten abgesagt. In den vergangenen Monaten tüftelten die Beteiligten gemeinsam mit einer Trierer Werbeagentur über ein besseres Marketing- und ein neues künstlerisches Konzept. Gestern wurden das endgültige Programm und die Neuerungen für die 12. Antikenfestspiele, die vom 25. Juni bis 18. Juli stattfinden, vorgestellt: Andrea Schwalbach wird Arrigo Boitos selten aufgeführte Oper “Nerone” inszenieren, das Schauspiel Frankfurt gibt ein Gastspiel mit einer von Michael Thalheimer für die Festspiele adaptierten Fassung von “Ödipus/Antigone” und die Schauspielerin Corinna Harfouch lässt in drei aufeinanderfolgenden szenischen Lesungen die Schicksale von Medea, Elektra und Phädra Revue passieren.
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“Die Trierer sind nicht kulturverdrossen”

Dies ist keine Studentenbude, sondern das Café im "Karussell". Foto: Maurice VinkSeit dem 1. September bereichert das von Studenten betriebene “Karussell am Zuckerberg” mit seiner vielfältigen Mischung aus Theater, Konzerten, Ausstellungen und Performance die hiesige Kulturlandschaft. Mit dem Theaterfestival “Klarkommen 2009″ erreicht das Programm nun einen vorläufigen Höhepunkt: Zehn Tage lang können sich Zuschauer anhand von Gastspielen fast aller freien Trierer Theatergruppen einen Überblick über die lokale Theaterszene verschaffen. Eröffnet wird das Festival heute Abend mit der “TheaterUmriss”-Inszenierung “Leonce und Lena”.
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Die badische Mariah Carey und der kölsche Pate

Doktor Stratmann führte herb und derb durchs Programm. Foto: Christian JörickeSeit 2005 finden in Trier alle zwei Jahre die “Spaß.Gesellschafts.Abende” des Kölner Atelier Theaters statt. Traditionell wird das Festival mit einer Revue im Stadttheater eröffnet, bevor vier der sechs Künstler Einzelgastspiele in der Tufa und ihm Chat Noir geben. Während sich 2007 Fritz Eckenga und Florian Schroeder mit ihren Kurzauftritten für die weiteren Shows empfahlen, sei nun besonders auf die kommenden Veranstaltungen von “Ass-Dur” (21. November, Chat Noir) und Fatih Çevikkollu (25. November, Tufa) hingewiesen. Von den Appetithäppchen des skurrilen Berliner Duos und des smarten, schlagfertigen und sehr sympathischen Kölners konnte man am vergangenen Freitag nicht genug bekommen.
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Vom Minimalismus erdrückt

Bühnenbild und Kostüme müssen mit einfachsten Mitteln auskommen, um dem teilweise sehr eindringlichen Spiel der Akteure seine Entfaltung zu gewähren. Foto: Jens KirschnerAn “Woyzeck” traut sich jeder ran. Erst kürzlich mimte der ehemalige Fußballprofi und Dschungelcamp-Bewohner Jimmy Hartwig in Leipzig eher suboptimal den zum menschlichen Wrack mutierenden Soldaten, vor dreißig Jahren schon verkörperte Klaus Kinski Büchners bekanntesten Protagonisten in seither unübertroffener Perfektion. Irgendwo dazwischen ist dann auch Moritz Schöneckers 90-minütige Inszenierung des 1836 entstandenen Dramenfragments anzusiedeln, die als “TheaterUmriss”-Produktion am Donnerstagabend im bis auf den letzten Platz gefüllten “Karussell am Zuckerberg” Premiere feierte und vom Publikum überwiegend mit Entzückung aufgenommen wurde.
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Der Zug der Zukunft

Der Wissenschaftszug "Expedition Zukunft 2009" kann noch bis morgen Abend am Hauptbahnhof besichtigt werden. Foto: WiaWie leben wir im Jahr 2030? Kann es eine Welt ohne Krankheiten geben? Wie können wir den Risiken von Bevölkerungswachstum und Klimawandel begegnen? Welche Chancen bietet die Gentechnik? Auf Fragen dieses Kalibers versucht der Ausstellungszug “Expedition Zukunft” Antworten zu geben. Seit gestern macht der Zug für drei Tage auf Gleis 13 am Hauptbahnhof Halt. Im Rahmen des “Wissenschaftsjahres 2009″, das unter dem Motto “Forschungsexpedition Deutschland” firmiert, präsentiert die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte und von der Münchener Max-Planck-Gesellschaft konzipierte Exponaten-Schau auf 300 Metern spannende Wissenschaft zum Anfassen. Mehr als 230.000 Besucher haben auf den bisher 59 Stationen bereits einen Blick in die zehn multimedialen Zukunftswelten geworfen.
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“Das Neue mit dem Alten verbinden”

Bernd Röter von der Beratungsstelle für Formgebung, Michèle Schneider von der HWK, HWK-Präsident Rudolf Müller und Museumsleiter Dr. Eckart Köhne packen die ersten Objekte - hier Armreife von Martina Dempf - für die Ausstellung aus. Foto: Christian JörickeEinen interessanten Kontrast zu den dauerhaft ausgestellten Exponaten im Landesmuseum bildet dort ab 19. November die Werkschau “Westhandwerk – gut und schön”. Über 40 Kunsthandwerker aus der Region, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands und aus Belgien, stellen insgesamt 160 Objekte aus. Für knapp vier Wochen sind moderner Schmuck und zeitgemäße Gebrauchsgegenstände mit ihren Jahrtausende alten Gegenstücken unter einem Dach vereint.
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“Vielfalt ist unser Programm”

Werke und Arbeiten von Simon Rummel stehen im Vordergrund beim 10. "Opening!"-Festival in der Tufa. Foto: privatWie in jedem Jahr seit 2000 sorgen Katharina Bihler und Stefan Scheib auch in diesem wieder dafür, dass Trier kulturell noch großstädtischer wird. Vom 20. bis 22. November veranstalten sie in der Tufa zum zehnten Mal das “Opening!”-Festival. Für die Jubiläumsveranstaltung versprechen die beiden Organisatoren nicht weniger als “alles zwischen Wiege und Bahre”. In jedem Fall wird es viel Rummel geben. Genauer gesagt: viel von Simon Rummel. Aktuelle Arbeiten und Projekte des Trierer Multitalents stehen im Vordergrund des diesjährigen Festivals, bei dem Musiktheater, Konzerte, Installationen und eine Hörspielperformance geboten werden.
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Sinatra aus Österreich

Udo Jürgens sorgt auch mit 75 noch für Euphorie in allen Altersklassen. Foto: Christian JörickeVor fast auf den Tag genau einem Monat wurde Udo Jürgens 75 Jahre alt. Einem eigenen Hit zufolge fing also vor neun Jahren das Leben für ihn erst so richtig an. Und allem Anschein nach ist auch “noch lange nicht Schluss”. Seine aktuelle Tour umfasst über 60 Konzerte in diesem Jahr. Eines davon war am Samstagabend in der seit Monaten ausverkauften Arena.
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Der grässliche Fatalismus der Geschichte

Aber bitte immer mit Sahne: Leonce (Ansgar Depping) ist des Überflusses überdrüssig. Foto: Maurice VinkWährend die neue Bundesregierung noch damit beschäftigt ist, den wirtschaftlichen Scherbenhaufen maßloser Finanzjongleure zusammenzukehren, kommen Dekadenz und Hedonismus in Trier auch an anderer Stelle auf den Plan: Die freie Theatergruppe “TheaterUmriss” zeichnet in ihrer Inszenierung von Georg Büchners Lustspiel “Leonce und Lena”, die heute im Karussell Premiere hat, ein Bild von tristem Überfluss, in dem die Charaktere zwischen zarter Melancholie, grotesker Albernheit und bissiger Ironie den Versuch unternehmen, ihren vorgezeichneten Schicksalen zu entkommen. Gute Unterhaltung und bedrückende Reflektionen gehen dabei Hand in Hand.
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Die gespielte Revolution

Vor allem in den nachdenklichen Szenen verbinden sich die fulminanten schauspielerischen Leistungen mit der originellen Storyline. Foto: Silvia GüntherAllzu viel hat Karl Marx ja nicht geschrieben über den praktischen Weg zur von ihm herbeigesehnten sozialistischen Revolution. Seine wissenschaftliche Analyse des Kapitalismus aber hat in all ihrer Scharfsinnigkeit an Aktualität nicht verloren. Eine überaus gelungene Melange aus marxistisch unterlegter, schonungsloser Gegenwartsdiagnose und innovativer Reflexion über die daraus zu ziehenden Konsequenzen bietet die Produktion “Rendezvous nach Kassenschluss”, für welche das Trierer Theater mit der Volksbank-Filiale am Viehmarkt einen außergewöhnlichen Spielort gefunden hat. Am Sonntagabend feierte das von Judith Kriebel glänzend inszenierte und vom Publikum mit ausdauerndem Applaus bedachte Karl-Marx-Projekt Premiere.
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Der letzte Romantiker

Ausgegrenzte im Vordergrund: Feridun Zaimoglu las am Donnerstag in der Tufa. Foto: Marcus StölbWiedererkennungswert ist wichtig heutzutage. Romane, die ohne dieses Merkmal auskommen müssen, haben es schwer in der ökonomisierten Welt des Fast-Food-Literaturbetriebs. Wagt es einer, hier aus der Reihe zu tanzen, dann muss es sich schon um einen hochdekorierten Dichter handeln. Feridun Zaimoglu ist so einer. Am Donnerstagabend las er in der Tufa aus seinem neuen Werk “Hinterland”, mit dem der 44-Jährige beweist, dass ein begabter Schriftsteller auch dann große Literatur produzieren kann, wenn er dem trendigen Realismus entsagt und stattdessen gänzlich seiner schier unerschöpflichen Einfallskunst vertraut, ohne zugleich der infantilen Fantasy-Manie Tribut zu zollen.
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Körperliche Unterschiede werden aufgelöst

Ellen Afriyie Anim, Eric Lartey, Mark Nii Lomo Lomotey, Alfred Quarshie und Frank Sam bringen mit aller Leidenschaft gemeinsam zum Ausdruck, was sie im Innersten miteinander verbindet: Die Tradition, die Geschichten ihres Landes, der Lebensrhythmus Ghanas. Archiv-Foto: James MweuKalt ist es am Sonntagabend. Um kurz vor acht warten rund 70, von einem Fuß auf den andren tänzelnde Menschen darauf, dass sich die Tür der Tufa für sie öffnet. Dass sie noch nicht eingelassen werden, hat seinen Grund: Die Tänzer der Gruppe “Patterns beyond traces” brauchen den Raum, um das Publikum in einer gestalteten Szenerie empfangen zu können. Das aus drei behinderten und zwei nichtbehinderten Künstlern bestehende Ensemble aus Ghana unter der Leitung von Choreografin Gerda König verspricht eine Reise in die Seele seiner Heimat und Afrikas hitzigem Rhythmus, was die frostigen Temperaturen erwartungsvoll vergessen lässt.
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